Ab März 1944 wurden auf Befehl des Rüstungsministeriums im Wiehen- und Wesergebirge die Bergwerksstollen von Häftlingen aus dem Konzentrationslager Neuengamme ausgebaut. Bis zur Befreiung im April 1945 wurden ca. 3300 Frauen und Männer unter unwürdigen Bedingungen in drei KZ-Außenlagern interniert und zur Arbeit gezwungen. Noch Jahrzehnte nach Kriegsende sind diese Tatsachen vielen Menschen in der Region nicht bekannt, viele, die sich erinnern können, haben nie darüber gesprochen. Ab spätestens den 70er Jahren gab es verschiedene Ansätze, sich dem Thema zu stellen. Die Informationen stehen einer breiten Öffentlichkeit jedoch bis heute nicht zur Verfügung. „Nicht wissen wollen ist die bedingungslose Kapitulation!“ Dieses Zitat stammt von Pierre Bleton, einem damals in Hausberge internierten französischen Häftling. Wir haben 2009 den Verein gegründet, um seinem Ausspruch Rechnung zu tragen. Es ist unser Wunsch und unsere Pflicht, durch aktive Erinnerungsarbeit derer zu gedenken, die hier gelitten haben und von denen viele durch die schreckliche Behandlung zu Tode gebracht worden sind. Eine aktive Erinnerungsarbeit wird dazu beitragen, davon sind wir überzeugt, Demokratie und Menschlichkeit zu bewahren.

An den Ereignissen an der Porta Westfalica in den Jahren 1944 und 1945 gibt es ein stetiges Interesse. Anfragen und Besuche ehemaliger KZ-Häftlinge gaben den Anstoß, das Mahnmal des Künstlers Dietmar Lehmann 1992 in Hausberge aufzustellen. Mitte der 1990er Jahre leistete das Städtische Gymnasium Porta Westfalica Erinnerungsarbeit, z.B. sind Informationstafeln entworfen worden. Die Gesamtschule Porta Westfalica übernahm 2007 eine Patenschaft für den jüdischen Friedhof. Eva Borcherding, gebürtig aus Porta Westfalica, greift mit ihrem Theaterstück „Puppe Hoffnung“ das Dasein der Häftlinge im Konzentrationslager Neuengamme auf. Aus den Niederlanden kam 2009 die Anfrage über den Verbleib von Albertus de Raaf. Das anonyme Grab wurde nach intensiven Recherchen ausfindig gemacht und in die Niederlande überführt. Seit vielen Jahren führen Seniorinnen und Senioren Zeitzeugengespräche mit Schülerinnen und Schülern. Es liegen Autobiographien und wissenschaftliche Arbeiten vor.

Der Verein sammelt weiterhin Dokumente, Zeitzeugenaussagen und Literatur im Zusammenhang mit den KZ-Außenlagern und aus der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945. All das sind wertvolle Anknüpfungspunkte, um die Geschichte des Nationalsozialismus und der Außenlager des KZ-Neuengamme in Porta Westfalica aufzuarbeiten und das Thema der allgemeinen Öffentlichkeit durch Dokumentationsmaterial, durch unseren Internetauftritt und durch Führungen zugänglich zu machen. Unser langfristiges Ziel ist es, eine Gedenkstätte einzurichten.