Stolpersteinverlegung am 21.05.2019

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Am 21. Mai 2019 verlegt der Künstler Gunter Demnig in Hausberge fünf weitere Stolpersteine im Gedenken an jüdische Mitbürger Hausberges, die während des Nationalsozialismus deportiert und ermordet wurden. Die Veranstaltung beginnt um 16.30 Uhr. Initiert wird die Verlegung der Stolpersteine durch die AG Jüdisches Leben an der Porta Westfalica der KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica.

Um 16.30 Uhr beginnt die Verlegung der Stolpersteine für Berta Simon, Rosalie und Leo Silberberg an der Haupstraße 35, anschließend werden zwei Steine für Ernestine Cohn und Walter Coblenzer an der Hauptstraße 51 verlegt. Die Begrüßung übernimmt der 2. Vorsitzende des Vereins KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica, Thomas Hartmann. Schüler der weiterführenden Schulen Porta Westfalicas beteiligen sich mit Wortbeiträgen, umrahmt von einem musikalischen Beitrag der Städtischen Musikschule Porta Westfalica.

Die Arbeitsgemeinschaft „Jüdisches Leben an der Porta Westfalica“

Im Oktober 2014 hat sich die Arbeitsgemeinschaft „Jüdisches Leben an der Porta Westfalica“, die aus dem Verein „KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica e.V.“ hervorgegangen ist, konstituiert. Das Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist die Erforschung und Dokumentation des jüdischen Lebens an der Porta Westfalica vor, während und nach der Zeit des Nationalsozialismus, wobei der gegenwärtige Schwerpunkt auf den Jahren 1933 bis 1945 liegt.

Auch in den zur heutigen Stadt Porta Westfalica gehörenden Gemeinden lebten vor 1933 jüdische Bürgerinnen und Bürger, die nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten in zunehmendem Maße ausgegrenzt, verfolgt, schließlich deportiert und ermordet wurden. Im Kleinen zeigt sich hier an den Biographien der jüdischen Familien in Porta Westfalica, was überall während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geschah. So wird die allgemeine Geschichte am lokalen Beispiel sicht- und greifbar.

Lange Zeit wurde die Auseinandersetzung mit dem Schicksal der verfolgten und ermordeten Menschen im öffentlichen Raum an der Porta Westfalica vermieden. 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Befreiung der drei Außenlager des KZ Neuengamme begreift sich die Arbeitsgemeinschaft als Initiative,um diesen verschwiegenen Teil der Vergangenheit Porta Westfalicas historisch zu erforschen und die Ergebnisse einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

2015 wurden acht Stolpersteine verlegt:
vier für Mitglieder der Familie Spangenthal am Kirchsiek 23
und vier für die Familie Honi / Maier an der Hauptstraße 51
2016 folgten 9 Stolpersteine an der Hauptstraße 80
für Mitglieder der Familie Windmüller
2017 wurden Stolpersteine für die Familie Pinkus
an der Hauptstraße 12 verlegt

Die Verlegung von fünf Stolpersteinen zum Erinnern und Gedenken an die jüdischen Mitbürger Rosalie und Leo Silberberg, Berta Simon, Ernestine Cohn und Walter Coblenzer ist ein weiterer Schritt, der über das Gedenken und Erinnern hinaus zum Weiterdenken und miteinander Reden anregen möchte.