Erinnerungskultur unter Druck – Vortrag mit Prof. Dr. Jens-Christian Wagner

Am Montag, dem 8. Dezember, war der renommierte Historiker und Gedenkstättenleiter Prof. Dr. Jens-Christian Wagner auf Einladung der KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica im Bürgerhaus Porta Westfalica zu Gast. Vor zahlreichen interessierten Besucherinnen und Besuchern hielt er einen Vortrag zum Thema „Erinnerungskultur unter Druck.

In seinem Vortrag ging Wagner der Frage nach, welche Bedeutung die Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs für die demokratische Selbstverständigung der Gesellschaft noch habe. Er machte deutlich, dass das gesellschaftliche Bewusstsein für diese Verantwortung zunehmend schwinde, während gleichzeitig Angriffe auf die Gedenkstättenarbeit sowie geschichtsrevisionistische Positionen zunähmen. Vor dem Hintergrund eines weltweiten Erstarkens rechtsautoritäter Bewegungen stellte Wagner die Herausforderungen für historisch-politische Bildungsarbeit heraus und diskutierte, wo das Neutralitätsgebot von Gedenkstätten und Bildungseinrichtungen ende und Haltung notwendig werde.

Im Anschluss an den Vortrag nutzten viele Gäste die Gelegenheit zur Diskussion und zum Austausch. Die Veranstaltung war eine Kooperation zahlreicher regionaler Initiativen und Einrichtungen, darunter die Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen e.V., die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Minden, die Jüdische Kultusgemeinde Minden, das LWL-Museum Glashütte Gernheim, Minden für Demokratie und Vielfalt e.V., der Mindener Geschichtsverein sowie die VHS Minden/Bad Oeynhausen. Die große Resonanz unterstrich die Aktualität des Themas und die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur.