Lesung mit Volker Weiß: „Das Deutsche Demokratische Reich“ am 07. November 2025

Am 7. November 2025 stellte der Historiker und Publizist Volker Weiß im Kleinen Theater am Weingarten in Minden sein Buch „Das Deutsche Demokratische Reich“ vor. Die gut besuchte Veranstaltung stieß auf großes Interesse beim Publikum.

In einer einführenden Lesung sowie einem anschließenden Vortrag erläuterte Weiß die zentralen Thesen seines jüngst erschienenen Buches. Darin analysierte er die ideologischen Strategien der Neuen Rechten und legte insbesondere die engen ideologischen Verflechtungen zwischen dem Russland Wladimir Putins und der AfD dar. Weiß zeigte auf, wie in rechten Netzwerken systematisch an einer Umdeutung historischer Ereignisse gearbeitet werde, um autoritäre und antidemokratische Entwicklungen – bis hin zum Ukraine-Krieg – zu legitimieren. Ein Schwerpunkt seines Vortrags lag auf der Rolle der DDR in diesen Narrativen, die von der AfD trotz offensichtlicher Widersprüche als vermeintlicher Gegenpol zum liberalen Westen instrumentalisiert werde.

Der Autor betonte, dass die fortwährenden Angriffe auf historisches Wissen Teil einer Strategie seien, die langfristig eine ideologische Grundlage für eine rechte Machtübernahme schaffen solle. Seine Ausführungen untermauerte er mit zahlreichen Beispielen aus aktuellen Debatten und Veröffentlichungen der neurechten Szene.

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine lebhafte und engagierte Diskussion mit dem Publikum, in der sowohl historische als auch gegenwartsbezogene Fragen aufgegriffen wurden. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, um kritisch nachzufragen und die Thesen des Autors zu vertiefen.

Volker Weiß gilt als einer der profiliertesten Kenner der Neuen Rechten. In Minden bestätigte er diesen Ruf mit einer fundierten, analytisch scharfen und zugleich gut verständlichen Darstellung. Die Veranstaltung wurde von den beteiligten Kooperationspartnern als wichtiger Beitrag zur politischen Bildung und zur Stärkung demokratischer Diskurse gewertet.

Die Lesung fand in Kooperation der AG Alte Synagoge Petershagen, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Minden, der Jüdischen Kultusgemeinde Minden, der KZ-Dokumentations- und Gedenkstätte Porta Westfalica, des LWL-Museums Glashütte Gernheim, des Mindener Geschichtsvereins, von Minden- Für Demokratie und Vielfalt e.V. sowie der VHS Minden statt.

Foto: Maximilian Gödecke Photography