Vortrag: ”Todesmärsche zur See” und die ”Cap Arcona-Katastrophe”. Die Auflösung des KZ-Systems im Ostseeraum 1945

Am Dienstag, dem 14. April 2026 begrüßt die KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica den Historiker Reimer Möller mit seinem Vortrag ”Todesmärsche zur See” und die ”Cap Arcona-Katastrophe”. Die Auflösung des KZ-Systems im Ostseeraum 1945 im Bürgerhaus Porta Westfalica. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die Evakuierungen von KZ-Häftlingen auf dem Seeweg im Ostseeraum im April und Mai 1945 sowie über die Katastrophe der CAP ARCONA.

Als die sowjetische Armee sich annäherte, wurde das KZ Stutthof bei Danzig evakuiert. Mehrere tausend Häftlinge wurden dazu auf Weichselkähne verfrachtet, die über die Ostsee geschleppt in der Bucht von Neustadt oder bei Eckernförde strandeten oder nach Flensburg und Klintholm auf der Insel Møn in Dänemark gelangten. Am 3. Mai 1945, gerade als die alliierten Befreier in Neustadt in Holstein einmarschierten, versenkten Einheiten der Royal Air Force versehentlich den deutschen Ozeandampfer CAP ARCONA und den Frachter THIELBEK, die in der Neustädter Bucht vor Anker lagen. Beide Schiffe waren „schwimmende Konzentrationslager“, die tausende von Häftlingen der KZ Neuengamme und Auschwitz-Fürstengrube an Bord hatten. In der zweitgrößten Schiffskatastrophe der Geschichte kamen mehr als 6.000 jüdische und nichtjüdische Häftlinge ums Leben. Es wird um die Verantwortlichkeit für diese Transporte, für die grauenhaften Bedingungen an Bord, für das Massaker am Strand von Pelzerhaken bei Neustadt, um Bemühungen zu strafrechtlicher Aufarbeitung und den schwierigen Weg zu einer angemessenen Gedenkkultur gehen.

Neben seiner umfangreichen Forschungstätigkeit als Historiker mit dem Schwerpunktgebiet Nationalsozialismus war Reimer Möller über 15 Jahre lang Leiter der Abteilung Dokumentation und Forschung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.