Wiederanbringung der Gedenktafel für Jüdische Mitbürger

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Der 27. Januar, der Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, ist in Deutschland seit 1996 der offizielle Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Stadt Porta Westfalica und die KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte nahmen diesen Tag zum Anlass, die Wiederanbringung der Gedenktafel für jüdische Mitbürger am Neubau an der Hauptstraße 21 mit einer Feierstunde zu würdigen. Diese wurde bereits 1989 an dem Haus angebracht, das an dem Ort stand, wo sich früher das Wohn- und Geschäftshaus der Familie Michelsohn befand. Beim Abriss dieses zweiten Gebäudes 2014 wurde sie gesichert und konnte nun am Neubau an der Hauptstraße 21 wieder angebracht werden.

Thomas Hartmann begrüßte die Teilnehmer im Namen der KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica e.v. und der AG Jüdisches Leben. Letztere ist zeichnet seit Jahren unter anderem für die Verlegung der Stolpersteine in Hausberge verantwortlich. Hartmann wies in seiner Begrüßung auf die Wichtigkeit der Erinnerungsarbeit hin, die nicht nur mit der Wiederanbringung der Gedenktafel sondern auch mit Projekten wie der Öffnung der ehemaligen Untertageverlagerung Dachs 1 und der damit verbundenen Schaffung einer Gedenkstätte geschehe. Gerade unter dem Eindruck des zunehmenden Rechtspopulismus in Deutschland und Europa und einer damit einhergehenden Relativierung von NS-Unrecht, ist eine Erinnerungskultur, wie sie seit Jahren in Porta Westfalica gepflegt und weiterentwickelt wird, immanent wichtig.

Der Bezirksausschussvorsitzende Reinhard Geffert führte die Geschichte der Mahnmale in Porta Westfalica weiter aus. Die wieder angebrachte Gedenktafel war 1989 der erste Schritt zu einer Etablierung einer örtlichen Erinnerung, das Mahnmal für die Opfer der Außenlager des KZ Neuengamme in Porta Westfalica erfolgte folgerichtig drei Jahre später. Auch Geffert mahnte in seinem Beitrag das Aufrechterhalten der Erinnerung an die Untaten des NS-Regimes gegen den aufkeimenden Nationalismus an und schloss mit einem Zitat Richard von Weizsäckers, der in seiner Rede zum 40ten Jahrestag des Kriegsendes folgende Worte fand:

 

Hitler hat stets damit gearbeitet, Vorurteile, Feindschaften und Hass zu schüren. Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiß. Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander.